Die hohe Kunst des Tiefstapelns. Joachim Rittmeyer und sein neues Kabinettstücklein «Verlustig» - verquerer Hintersinn, skurriler Humor.
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Freitag, 20. Februar 2009, 20.15 Uhr
Samstag, 21. Februar 2009, 20.15 Uhr

Joachim Rittmeyer: Verlustig

Im neuen Solostück von Joachim Rittmeyer wird dem Publikum eine Erwartungslosigkeit unterschoben, die einmalig ist - genau der Boden, auf dem die Rittmeyersche Magerwiese gedeihen kann: Ein verschrobener Sonderling namens Brauchle ist seit Monaten unauffindbar und scheint es zu bleiben. Daran soll erinnert werden, findet Jonas Rütimann, Initiant eines Reminder-Anlasses. Doch dieser wird schon in den Vorbereitungen vom Geist des Verschwundenen geprägt: Ausfälle und Engpässe zwingen zu ausserordentlichen Massnahmen und Leistungen.

Der Kabarettist Joachim Rittmeyer ist der Schweizer Garant für feinsinnige und hintergründige Satire auf der Bühne. In seinen Solostücken vereint sich seine Kunstwelt aus Text und Spiel, aus Gestik und Mimik, aus Wortwahl und Artikulation zu einem hinreissendkomischen Gesamtkunstwerk, das in der Kabarettszene seinesgleichen sucht. Rittmeyer kommt auf Umwegen zum Ziel. Er ist ein grosser Meister der kleinen Form. Er hat nicht das Offensichtliche im Sinn, sondern dringt in die Leerstellen und Hohlräume des Alltags vor. Seinen Stücken liegen kompakte, intelligente Spielsituationen zugrunde - darin enthalten sind Kabinettstücklein an verquerem Hintersinn, mit Geschichten voll unauffälligem, skurrilem Humor.

Vor zehn Jahren sinnierte Rittmeyer darüber, ob er dem Kabarett längerfristig überhaupt noch treu bleiben wolle. Heute darf man getrost feststellen: Er ist dem Genre erhalten geblieben. Zumindest beinahe: «Ich sehe mich eher am Rand des Kabaretts, im Zwischen- raum zum Theater», sagt der 57-Jährige. Er habe die Form gesprengt und sich einen eigenen Bereich geschaffen. «Es ist wie in der Politik. Nicht die Partei zählt, sondern ob der einzelne Politiker überzeugende Arbeit leistet», meint Rittmeyer. In seinem neuen, dem insgesamt 17. Solostück «Verlustig», dürfe die Span- nung deshalb auch mal implodieren statt explodieren sagt der St. Galler, der seit weit über 20 Jahren in Basel wohnt.

Mehr Infos: www.joachimrittmeyer.ch