König Ubu: Bizarr, saftig, grausam komisch – ein Klassiker des Absurden. Die Inszenierung des Theaters Kanton Zürich hat viel Witz, Tempo und Hintersinn.PDF download Infoblatt
Freitag, 30. April 2010, 20.15 Uhr
Samstag, 1. Mai 2010, 20.15 Uhr
Theater Kanton Zürich: Alfred Jarrys Ubu
Ubu Roi, wie der königliche Kotzbrocken im Original heisst, ist eine Erfindung des Literaten Alfred Jarry (1873-1907). Jarry, der als schräger Vogel im Rennfahrerdress durchs Quartier Montmartre zu radeln pflegte, stand am Anfang einer literarisch-künstlerischen Bewegung: Dadaismus, Surrealismus, absurdes Theater. Dabei geht Ubus Stammbaum zurück auf die Saltimbanques des mittelalterlichen Jahrmarkttheaters. Ubu ist ein Anarcho, der all das tut, was Sitte und Anstand verbieten, der frisst, rülpst, flucht, mordet - und so dem Publikum einen Spiegel vorhält und die Bourgeoisie schockiert, was in Frankreich schon immer ein beliebtes Gesellschaftsspiel war.
Jarry schrieb seinen ersten «Ubu» während der Mittelschule als Parodie auf einen Physiklehrer, der für die Schüler «alles Groteske dieser Welt» verkörperte. Jarry kam nie ganz von diesem Dickwanst mit der eigenartigen Ku-Klux-Klan-Kapuze und seiner aberwitzigen Sprache los. Um diese Figur kreisen mehrere seiner Stücke. Drei davon hat das Theater Kanton Zürich mit Regisseur Christoph Leimbacher zu einem Stück zusammengekittet. Fünf Schauspieler tragen den Stoff in den Mikrokosmos Familie hinein.
Schauplatz ist das Labor des Polyeder-Forschers Achras, das Ubu mit seiner Familie - Gattin und zwei Kinder - besetzt. Von dort unternimmt er seine schändlichen Exploits und macht sich zum Schluss selbst zum Sklaven, was er ebenso brutal wie alles andere durchzieht.
Wenn man sich als Regisseur mit dem abstrusen, fantastisch-chaotischen Universum Jarrys befasse, sagt Leimbacher, müsse man sich einen eigenen Weg bahnen: «Jarrys Komik, die Purzelbäume und Haken, die er schlägt, lassen einen mitunter fast verzweifeln ob ihrer Fülle und ihrer - scheinbaren - Absurdität.»
Alfred Jarry, der selbsternannte Meister der Pataphysik, hat sich ein Leben lang mit Ubu beschäftigt. Aus der Skandalfigur ist ein Prototyp der Literatur geworden, der neben Don Quijote, Faust, Hamlet oder Wladimir & Estragon heute seinen festen Platz hat. Eine Aufführung für alle Liebhaber des Absurden und des Schrägen.
Mehr: www.theaterkantonzuerich.ch
Samstag, 1. Mai 2010, 20.15 Uhr
Theater Kanton Zürich: Alfred Jarrys Ubu
Ubu Roi, wie der königliche Kotzbrocken im Original heisst, ist eine Erfindung des Literaten Alfred Jarry (1873-1907). Jarry, der als schräger Vogel im Rennfahrerdress durchs Quartier Montmartre zu radeln pflegte, stand am Anfang einer literarisch-künstlerischen Bewegung: Dadaismus, Surrealismus, absurdes Theater. Dabei geht Ubus Stammbaum zurück auf die Saltimbanques des mittelalterlichen Jahrmarkttheaters. Ubu ist ein Anarcho, der all das tut, was Sitte und Anstand verbieten, der frisst, rülpst, flucht, mordet - und so dem Publikum einen Spiegel vorhält und die Bourgeoisie schockiert, was in Frankreich schon immer ein beliebtes Gesellschaftsspiel war.
Jarry schrieb seinen ersten «Ubu» während der Mittelschule als Parodie auf einen Physiklehrer, der für die Schüler «alles Groteske dieser Welt» verkörperte. Jarry kam nie ganz von diesem Dickwanst mit der eigenartigen Ku-Klux-Klan-Kapuze und seiner aberwitzigen Sprache los. Um diese Figur kreisen mehrere seiner Stücke. Drei davon hat das Theater Kanton Zürich mit Regisseur Christoph Leimbacher zu einem Stück zusammengekittet. Fünf Schauspieler tragen den Stoff in den Mikrokosmos Familie hinein.
Schauplatz ist das Labor des Polyeder-Forschers Achras, das Ubu mit seiner Familie - Gattin und zwei Kinder - besetzt. Von dort unternimmt er seine schändlichen Exploits und macht sich zum Schluss selbst zum Sklaven, was er ebenso brutal wie alles andere durchzieht.
Wenn man sich als Regisseur mit dem abstrusen, fantastisch-chaotischen Universum Jarrys befasse, sagt Leimbacher, müsse man sich einen eigenen Weg bahnen: «Jarrys Komik, die Purzelbäume und Haken, die er schlägt, lassen einen mitunter fast verzweifeln ob ihrer Fülle und ihrer - scheinbaren - Absurdität.»
Alfred Jarry, der selbsternannte Meister der Pataphysik, hat sich ein Leben lang mit Ubu beschäftigt. Aus der Skandalfigur ist ein Prototyp der Literatur geworden, der neben Don Quijote, Faust, Hamlet oder Wladimir & Estragon heute seinen festen Platz hat. Eine Aufführung für alle Liebhaber des Absurden und des Schrägen.
Mehr: www.theaterkantonzuerich.ch
