Szenen an der Peripherie des Lebens: Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo schwanken zwischen todtraurig und umwerfend komisch.
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Freitag, 9. Mai 2008, 20.15 Uhr
Samstag, 10. Mai 2008, 20.15 Uhr

Ueli Bichsel / Silvana Gargiulo: «EX – hübenwiedrüben»

Der zaudernde Antiheld Ueli Bichsel und die ener­gische Silvana Gargiulo sind uns aus «Pec and Fevvers» noch in bester Erinnerung. Jetzt wagt sich das abgründige und abgrundtief komische Clown-Duo an ein heikles Thema, sie bringen Krankheit und Tod auf die Bühne. Wie fühlt es sich an, wenn man von hüben nach drüben muss?

Naturgemäss beginnt alles im Theater. Silvana Gargiulo gibt die italienische Matrone, die sich von Ueli Wein servieren lässt und ihn mit wunderbaren Klavier­klängen bei seinen Liedern und Geschichten begleitet, welche von einer tragisch endenden Liebe, Rehen, Bergen und einem Eisvogel handeln. Sie hat Ueli, den Verschnupften und sich dauernd am Jäcklein Zupfen­den, unter der Knute und gängelt ihn unablässig, aber sie umsorgt ihn auch liebevoll. Er erzählt von seinen geliebten Evas, die verschiedene Tode sterben. Eine wird erschossen vom blöden Jäger, und Ueli muss so weinen, dass er beinahe in seinen eigenen Tränen ertrinkt. Die andere Eva scheidet freiwillig aus dem Leben (oder stolpert sie einfach?), aber weil Ueli mit dem falschen Bein und der falschen Brille aufgestan­den ist, sieht er sie nur «komisch winken» am Fluss­ufer: «Das isch ebe Schicksal gsii.» Beim dritten Mal geht es Ueli selbst ans Lebendige, er ist Krebspatient im letzten Stadium, jetzt geht es um Gott und die Welt und die Politik und die letzte Zigarette, bis der üppige Todesengel Silvana vorbeikommt. Eine bittersüsse Kurzgeschichte über Leben und Sterben.

Das Duo kommt ganz ohne Rührseligkeit und auch ohne verletzenden Sarkasmus aus. Das Erfolgsrezept liegt in der Dramaturgie der Figuren, die auf clowneske Gegensätze baut. Silvana Gargiulo ist es, die im ersten Teil auf dem Piano den Ton angibt, für Genuss und Lebensfreude plädiert. Derweil Bichsel mit der Lesebrille das Haus verlässt, sich notorisch mit Armen und Beinen in Schwingtüren verheddert und bei Berg­touren immer den höchsten Gipfel verfehlt. Ein schönes Paar.

Mehr: www.uelibichsel.ch