Philipp Galizia spielt in seinem neuen Stück den geborenen Verlierer Jakob Engel. Subtiles zum Nachdenken auf erfrischend humorvolle Art.
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Freitag, 15. Dezember 2006, 20.15 Uhr
Samstag, 16. Dezember 2006, 20.15 Uhr

Philipp Galizia: «Jakob Engel – eine Erscheinung»

Wer wie Kontrabassist und Kabarettist Philipp Galizia bereits mit dem ersten Soloprogramm «Am Seil abelo» Kritiker und Zuschauer begeisterte, der legt die Mess­latte für die Folgeproduktion hoch. In seinem zweiten Solo «Jakob Engel - eine Erscheinung» hat Galizia erneut mit dem Mundartautor Adrian Meyer zusam­mengespannt. Dieser steuerte Texte und Inszenierung bei, der Komponist Michael Wernli sorgte mit seinen Kompositionen für den richtigen Klang. Zusammen ist ein grosses Stück Kleinkunst entstanden.

Philipp Galizia beschäftigt sich in «Jakob Engel - eine Erscheinung» mit Zeit und Ewigkeit. Er tut dies nicht als Prediger und Moralist, vielmehr gibt er uns als schalkhafter Engel einen Einblick ins Jenseits und lässt uns an der Biographie eines Müssiggängers teilhaben. Erzählend, singend, sinnierend.

Jakob Engel heisst Engel und ist einer. Zumindest fast. Jedenfalls ist er inzwischen dort gelandet, wo sich Engel aufzuhalten pflegen. Allerdings hat er bisher keines dieser himmlischen Wesen angetroffen. Bei seiner Ankunft stiess er lediglich auf ein pendelndes Objekt und einen Zettel mit dem nüchternen Auftrag „Zeit in Schwung halten”. Das Riesenpendel soll pausenlos schwingen oder klingen. Jakob Engel ist also für die Zeit zuständig. Ausgerechnet er, der damit ein Leben lang nicht zurecht kam. Immer wieder hatte er die Zeit verschlafen, vertrödelt, verloren oder vergessen und damit seine speditive Umgebung öfters zur Verzweiflung gebracht. An seinem einsamen Plätzchen im Jenseits hat er nun endlos Zeit und ist froh, gelegentlich einem Publikum aus Fleisch und Blut erscheinen zu können und aus seinem Erdenleben - von der Zeugung im Schnellzug bis zum Untergang im Mittelmeer - zu berichten. So hält er sich und den Bass in Schwung.

Philipp Galizia, Jahrgang 1965, ist in Muri AG aufgewachsen. Auf den Bühnen unterwegs war er mit „Les Schapoo”, „Sagenhaft”, „Familie Trüeb”, „Tandem tinta blue”, „Pfannestil Chammer Sexdeet” und seinem ersten Solo „Am Seil abelo”.

Weitere Infos: www.galizia.ch