Norbert Schwientek und Rachel Matter in einer Geschichte, in der sich eine einfache Bauernfrau aus den Fesseln gesellschaftlicher Zwänge befreit.
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Freitag, 2. Mai 2008, 20.15 Uhr
Samstag, 3. Mai 2008, 20.15 Uhr

Theater Kanton Zürich: «Messer in Hennen»

Die Welt ist da, «vor meinen Augen. Alles, was ich tun muss, ist, Namen hineinzustossen in das, was ist, so wie ich mein Messer in den Magen einer Henne stosse.» Dieser Satz hat dem Erfolgsstück von David Harrower seinen Namen gegeben: «Messer in Hennen». Gesprochen wird der Satz von der namen­losen Heldin des Stückes, die gerade eine zweite, symbolische Geburt erlebt: die Geburt ihres Bewusst­seins durch das Benennen der Dinge. Angeleitet wird sie dabei vom lese- und schreibkundigen Dorfmüller, der im Ruch steht, mit Hexen im Bund zu stehen. Und zunehmend im Wege steht ihr dabei ihr grobschlächti­ger Ehemann, der Pflüger «Pony-William».

Harrowers 3-Personen-Stück wird vom Theater Kanton Zürich in der Regie von Jordi Vilardaga gespielt. Ein sprachgewaltiges und zugleich bildermächtiges Stück zwischen Leidenschaft und Verbrechen, Engstirnigkeit und Aufbruch, Unterdrückung und Befreiung. Es spielen Christian Kaiser, Rachel Matter und Norbert Schwientek. Schwientek ist den Besuchern des Theaterstudios Olten als grandioser Darsteller in «Der Glöckner von Belgrad» vom Dezember 2000 in Erinnerung. Zuletzt gastierte der faszinierende Charakterdarsteller mit «Schwanen» Ende 2004 im Theaterstudio.

Das Stück spielt in einer vorindustriellen ländlichen Gemeinschaft. Es herrschen Gerüchte, Verdächti­gungen und Überlieferung. In der archaischen Bauern­saga von Menschen, die das Schreiben noch für Teufelszeug halten, steckt eine abgründige Spielerei über Gott, die Welt und ihre Namen. Das Stück handelt leidenschaftlich von der Entdeckung einer Sprache, die mit den Gefühlen übereinstimmt, ihnen entspricht. Es ist die Geschichte einer Emanzipation, eine Geschichte über die Anstrengung, die Welt zu verstehen, eine Geschichte von Lust und Liebe. Was als Konflikt einer Frau zwischen zwei Männern gezeichnet wird, ist letztlich ein Konflikt zwischen Stillstand und Entwicklung.

David Harrower – 1966 in Edinburgh geboren - gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dramatiker Grossbritanniens. «Knives in Hens» wurde 1995 in Edinburgh uraufgeführt. Es läutete eine neue Ära des britischen Volksstückes ein und wurde nach seinem Erscheinen europaweit gespielt.

Mehr : www.theaterkantonzuerich.ch