Sabina Spielrein: Szenischer Monolog von Graziella Rossi über das berührende Lebensmosaik einer faszinierenden Frau.
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Freitag, 29. Februar 2008, 20.15 Uhr
Samstag, 1. März 2008, 20.15 Uhr
Rossi Russius & das Saxophon: «Sabina Spielrein»
Sepiafarbenes auf alten Fotos und Staub auf einem Koffer: Mehr ist nicht geblieben vom Leben jener Frau, die mit C.G. Jung zeitweise Bett und Arbeit teilte, mit Freud verkehrte, Piaget analysierte und sich in raschem Tempo einen Namen als Psychoanalytikerin erschrieb – Sabina Spielrein. Aber besagter Koffer hat es in sich: Seine Entdeckung im Keller des Genfer Palais Wilson im Jahr 1977 bedeutete eine kleine Revolution. Denn die Tagebuchteile, Briefe und sonstigen Schriften, die Sabina Spielrein darin zurückliess, als sie 1923 nach Russland zurückkehrte, machen aus einer Fussnote in der Geschichte der Psychoanalyse mindestens ein Kapitel. Und einen Film, etliche Bücher und einen Monolog mit Musik.
Graziella Rossi zeigt dieses von der Norwegerin Liv Hege Nylund verfasste Monodrama in Olten. Die Zürcher Schauspielerin hat die Kraft des knapp 20-jährigen jüdischen Fräuleins – das 1904 aus Rostow für ein Jahr ins Burghölzli kam, dort C.G. Jung kennen und lieben lernte und schliesslich an der Uni Zürich promovierte. Sie hat die Mädchenhaftigkeit der 16-Jährigen, die der Tod der kleinen Schwester verstummen lässt. Und sie hat die Reife der anerkannten Wissenschafterin, der ersten Frau in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung Freuds – die 1942 samt ihren zwei Töchtern vom SS-Sonderkommando 10a in Rostow ermordet wird. In den knapp 90 Minuten des Abends, den Klaus Henner Russius inszeniert hat, springt Rossi bald zwischen den Rollen (von Jung über russische Revolutionäre bis zu deutschen Nazis), bald zwischen den Zeiten mit nichts als Koffer, Mantel und Brief als Requisit. Im Zickzack tanzt sie durch das bewegte Leben Sabina Spielreins, begleitet vom Saxophonisten Raphael Camenisch. Eine beeindruckende Hommage an eine beeindruckende Frau.
Graziella Rossi trat schon mehrmals im Theaterstudio Olten auf. Nach dem Grosserfolg als Sabina Spielrein im November 2006 freuen wir uns erneut auf das in jeder Beziehung aussergewöhnliche Monodrama. Weitere Infos: www.eeicherkultur.ch
Programmhinweis: Zusätzlich zu den auf der Programmkarte aufgeführten Gastspielen tritt am FR/SA, 2./3. Mai 2008 das Theater Kanton Zürich mit «Messer in Hennen» auf. Nobert Schwientek spielt mit Rachel Matter und anderen in einem sprachgewaltigen und bildermächtigen Stück über Enge und Aufbruch, Leidenschaft, Unterdrückung und Befreiung. Nach einer Vorlage von David Harrower.
Samstag, 1. März 2008, 20.15 Uhr
Rossi Russius & das Saxophon: «Sabina Spielrein»
Sepiafarbenes auf alten Fotos und Staub auf einem Koffer: Mehr ist nicht geblieben vom Leben jener Frau, die mit C.G. Jung zeitweise Bett und Arbeit teilte, mit Freud verkehrte, Piaget analysierte und sich in raschem Tempo einen Namen als Psychoanalytikerin erschrieb – Sabina Spielrein. Aber besagter Koffer hat es in sich: Seine Entdeckung im Keller des Genfer Palais Wilson im Jahr 1977 bedeutete eine kleine Revolution. Denn die Tagebuchteile, Briefe und sonstigen Schriften, die Sabina Spielrein darin zurückliess, als sie 1923 nach Russland zurückkehrte, machen aus einer Fussnote in der Geschichte der Psychoanalyse mindestens ein Kapitel. Und einen Film, etliche Bücher und einen Monolog mit Musik.
Graziella Rossi zeigt dieses von der Norwegerin Liv Hege Nylund verfasste Monodrama in Olten. Die Zürcher Schauspielerin hat die Kraft des knapp 20-jährigen jüdischen Fräuleins – das 1904 aus Rostow für ein Jahr ins Burghölzli kam, dort C.G. Jung kennen und lieben lernte und schliesslich an der Uni Zürich promovierte. Sie hat die Mädchenhaftigkeit der 16-Jährigen, die der Tod der kleinen Schwester verstummen lässt. Und sie hat die Reife der anerkannten Wissenschafterin, der ersten Frau in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung Freuds – die 1942 samt ihren zwei Töchtern vom SS-Sonderkommando 10a in Rostow ermordet wird. In den knapp 90 Minuten des Abends, den Klaus Henner Russius inszeniert hat, springt Rossi bald zwischen den Rollen (von Jung über russische Revolutionäre bis zu deutschen Nazis), bald zwischen den Zeiten mit nichts als Koffer, Mantel und Brief als Requisit. Im Zickzack tanzt sie durch das bewegte Leben Sabina Spielreins, begleitet vom Saxophonisten Raphael Camenisch. Eine beeindruckende Hommage an eine beeindruckende Frau.
Graziella Rossi trat schon mehrmals im Theaterstudio Olten auf. Nach dem Grosserfolg als Sabina Spielrein im November 2006 freuen wir uns erneut auf das in jeder Beziehung aussergewöhnliche Monodrama. Weitere Infos: www.eeicherkultur.ch
Programmhinweis: Zusätzlich zu den auf der Programmkarte aufgeführten Gastspielen tritt am FR/SA, 2./3. Mai 2008 das Theater Kanton Zürich mit «Messer in Hennen» auf. Nobert Schwientek spielt mit Rachel Matter und anderen in einem sprachgewaltigen und bildermächtigen Stück über Enge und Aufbruch, Leidenschaft, Unterdrückung und Befreiung. Nach einer Vorlage von David Harrower.
